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Wissenshunger

Seit meinem Abi ist mein Denken sozusagen in eine geistige Tiefphase übergegangen. Seit einem 3/4 Jahr hatte ich nun keinerlei geistigen Anspruch mehr. In Frankreich habe ich sowieso so gut wie gar kein Fernsehen geschaut (und darin sind auch die Nachrichten eingeschlossen), Zeitung habe ich noch nie gelesen und na ja, das Denken in der Schule ist dann ja auch weggefallen.

Das heißt nicht, dass ich mich nicht weitergebildet habe.
Mein Französisch hat sich so unglaublich verbessert - zuhause hätte ich dafür Stunden am Schreibtisch
verbringen müssen und hätte doch nur einen Bruchteil davon gelernt. Ich habe mich auch kulturell weitergebildet, habe so viel über Paris' Geschichte, Architektur und Kunst erfahren. Außerdem bin ich auch viel reifer geworden und habe vieles über mich selbst gelernt, kann jetzt meine eigene Wäsche waschen und mich um einen Säugling kümmern.
Aber all das ist irgendwie nur so nebenbei passiert, war nicht wirklich Ziel meines Tuns, eher ein Nebeneffekt. Was großartig ist, wirklich! Wie toll ist es, sich nicht bemühen zu müssen, nur leben und erleben zu müssen, und dabei etwas zu lernen?!

Aber irgendwie ... ich weiß nicht ... irgendwie fehlen mir auch die Stunden am Schreibtisch. Die Aufgaben, die dort auf mich warten, mich vor Probleme stellen, die es zu lösen gilt, die meinen Kopf dampfen lassen. Ich vermisse dieses Gefühl, während einer Arbeit voll und ganz drinzustecken, versunken in meinen Gedanken, in denen es nur Platz für die Aufgabe, das Problem und die Suche nach der Lösung desselben gibt. Und dieses Gefühl, wenn es mir dann endlich, endlich, trotz Schwierigkeiten, gelingt, diese zu meistern! Diese Gefühlsmischung eines Gehirns aus Brei, Erschöpfung, Triumph und Glück...

Im Moment habe ich wenig zu tun. Es steht weder Praktikum noch Arbeit an. Dazu kommt, dass ich Anfang des Jahres krank war und sowieso den Tag im Bett verbringen musste. Und, um ehrlich zu sein, ist es zwar seit ein paar Tagen besser, aber an meinem Tagesablauf hat sich nicht viel geändert. Das einzig Produktive, was ich dieses Jahr geleistet habe, war, mich an der Uni zu bewerben. Mein Zimmer sieht aus wie der letzte Schweinestall, aber wozu aufräumen? Morgen ist ja auch noch Zeit. Genau wie übermorgen und am Tag danach. Ich habe nichts, worauf ich hinarbeiten kann, kein Ziel vor Augen. Dabei ist das das, was ich mir gerade am dringendsten wünsche.

Ich brauche wieder eine Aufgabe. Etwas, wofür ich morgens (und nicht erst zum Mittagessen) aufstehen will. Was meinem Leben, meinem Sein und meinem Tun, wieder einen Sinn gibt, mich vor eine neue Aufgabe stellt.
Ich bin hungrig. So hungrig nach Wissen. Will wieder im Unterricht und am Schreibtisch sitzen und mir über irgendwelche Probleme den Kopf zerbrechen. Um danach mit hochrotem Kopf und einer Mischung eines Gehirns aus Brei, Erschöpfung, Triumph und Glück sagen zu können, dass ich heute etwas geleistet habe.
15.1.15 22:17
 


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